Erschienen am 2024-12-02 von Darius
Vor etwa eine Woche gab die Deutsche Bahn bekannt, dass sie zum neuen Winterfahrplan unter dem allgemeinen Schlagwort der "Digitalisierung" die gedruckten Aushangsfahrpläne abschaffen wolle. Dies wurde in der Berichtserstattung später dahingehend revidiert, dass nur die Pläne für die Ankunft (die tendenziell weniger wichtig sind) betroffen sein sollen. Offenbar unter dem Eindruck des entgegengebrachten Unverständnis wurde auch diese Entscheidung nun zurückgezogen: Die gelben und weißen Fahrpläne für Abfahrt und Ankunft bleiben beide.
Also alles wieder in Ordnung? Nein. Die Bahn schafft im erheblichen Maße dokumentengebundene oder nicht personenbezogene Strukturen unter dem allgemeinen Schlagwort der "Digitalisierung", mutmaßlich auch zum Missbrauch für personenbezogene Statistiken und Marktforschung (u.a. berichtete der rbb über "Tracking im DB Navigator", SUPER.MARKT vom 17.06.2024), ab. Darunter fällt die Möglichkeit, Fahrausweise zum Sparpreis zu kaufen (dies geht nur noch unter Angabe einer Mobilfunknummer oder E-Mail-Adresse; vor wenigen Jahren noch gegen Bargeld am Automaten), die physische BahnCard, oder die Auslage des Heftchens "Ihr Reiseplan" in Fernverkehrszügen. Neu eingeführte Produkte wie Mehrfahrten-Tickets im Fernverkehr werden von Anfang an nur darauf ausgelegt, mit Mobiltelefonen oder Online-Diensten (und deren intransparente, proprietäre Software) genutzt zu werden. Der wohl erste Gegenstand dieser Maßnahmen war bereits 2008 das gedruckte Kursbuch.